Seelenheil

Lösungen systemischer und karmischer Verstrickungen

den Eltern *die Ehre geben*

Nachdem wir gestern mal wieder dieses Thema angesprochen und darüber diskutiert hatten, möchte ich es auch hier herein stellen. Vorab mal meine Sicht der Dinge – kopiert aus einigen meiner Beiträge im österreichischen Esoterikforum:

Auch die Meinungen anderer nach zu lesen unter gleichnamigen Thread

20.5.2007

*den Eltern die Ehre geben*

Dies bedeutet in meinem Verständnis nicht, dass ich mich vor meinen Eltern in den Staub werfen muss und alles gut heissen, was sie jemals getan haben.

Es bedeutet schlicht und einfach nur, dass ich ihnen dafür danke, dass sie mir das Leben geschenkt haben.

Und vielleicht ist das auch mit ein Grund, warum es vielen schwer fällt, es sich auch nur vor zu stellen, dass sie es jemals tun könnten – weil sie eigentlich mit ihrem Leben unzufrieden sind – und auch bleiben wollen.

Würden sie sich jetzt für ihr Leben bedanken bei ihren Eltern, dann müssten sie vielleicht auch anfangen, sich selbst zu lieben dafür, dass sie sind, wie sie sind – und beginnen die Eigenverantwortung zu übernehmen.

23.5.2007

Für mich bedeutet es – sie an zu erkennen als diejenigen, welche mir mein Leben geschenkt haben – unabhängig davon, wie sie sich danach als Elternteil mir gegenüber verhalten haben könnten – und unabhängig davon, wie mein aktuelles Verhältnis zu ihnen sein könnte.

ICH unterscheide einerseits in

==> an zu erkennen als diejenigen, welche mir das Leben geschenkt haben

und andererseits

==> wie sie sich danach als Elternteil mir gegenüber verhalten haben
bzw.
==> wie mein aktuelles Verhältnis zu ihnen sein könnte

Ich muss auch meine Eltern nicht lieben, um ihnen die Ehre zu geben – nichts desto trotz sind sie die einzigen beiden Menschen die an meiner Zeugung beteiligt waren.

Und für mich bedeutet *die Ehre geben* einfach, dass ich anerkenne, dass sie so sind wie sie sind – andererseits aber auch anerkenne und dankbar dafür bin, weil ich aber ohne ihnen nicht als Mensch existent wäre.

Und es geht nicht um die Motivation der Eltern, warum sie mich gezeugt haben – es geht immer nur um mich – bzw. den jeweiligen Klienten, der sich mit der Thematik beschäftigt.

Die Ehre geben heißt – für mich – nicht, weil sie mich auf Händen tragen achte ich sie als meine Eltern – sondern, obwohl sie mich nicht auf Händen tragen, achte ich ihr Schicksal, bin ihnen dankbar für mein Leben – und mach meins draus.

Es steht mir- oder irgend einen Klienten, welcher sich mit diesem Thema beschäftigt – nicht zu, sich an zu maßen, wie die Ehre ihrer/seiner Eltern aus zu sehen hätte.

Aber wenn ich es schaffe, an zu erkennen, dass meine Eltern – trotz allem, was mir durch sie widerfahren sein könnte – trotzdem meine Eltern sind – und auch sie ihr eigenes Schicksal selbst tragen dürfen – dann kann ich freier über mein Da-Sein entscheiden – und muss nicht länger die Schuld an meinem ev. Versagen bei ihnen suchen.

25.6.2007

Es muss gar niemand irgendwen die Ehre geben – alle, die sich standhaft weigern, das zu tun dürfen sich gern weiterhin das Leben selbst schwer machen – und vom Strom des Lebens ab zu schneiden

Tja, nur poppen macht keine Eltern – nur ohne dem wärs nix geworden – mit jeder/jedem einzelnen von uns hier – hätte mich / hätte dich dein leiblicher Vater auf die Herdplatte gespritzt wärst du vielleicht ein Keks geworden.

Nachdem ers offensichtlich nicht getan hat – weil Kekse können selten schreiben – wird er halt was dazu beigetragen haben, dass – grade du – am Leben bist und hier schreiben kannst.

Und auf der anderen Seite – ohne die 9 Monate, in denen – grad dich – deine Mutter ausgetragen hat, würdest du jetzt auch irgendwo als irgendwas vergammeln.

Naja, bei manchen wärs vielleicht eh besser gewesen – für die isses sicher auch besser, ihren Eltern lieber dafür die Schuld zu geben, dass sie jetzt hier dahin vegetieren müssen.

Für alle, die glücklich und zufrieden leben wollen ist es jedoch möglicherweise ein Denkanstoß von vielen, mal drauf zu schauen, ob sie ihre Eltern als leibliche Eltern anerkennen – statt weiterhin gegen sie an zu kämpfen, um dann genau so zu werden, wie sie nie werden wollten.

Und falls irgendwann mal wer von denen, die sich standhaft weigern, den Eltern den Platz ein zu räumen, der ihnen zusteht – trotz allem, was danach kommt – irgendwann drauf kommt, dass ihr genauso geworden seid wie sie dann bitte nicht sagen, dass euch ja niemand vorher drauf aufmerksam gemacht hätte

Nach dem Einwurf dass es auch davon abhänge, wie „sozial“ die Eltern sich verhalten hätten

Maßen wir uns jetzt an, die asozialen in den Müll zu kippen?
Weil wir uns für *die besseren* Eltern halten?
Oder anerkenne ich meine Eltern unabhängig davon, ob und wie sozial sie waren?
Was wirkt heilender auf unsere Seele?
Also was mir persönlich besser tut weiß ich.
Aber wie ich schon sagte, jeder kann tun – oder lassen – was er will – und muss gar nix.

26.12.2008

Ich möchte unterscheiden zwischen dem Akt des „die Ehre geben“ – wie auch immer der vollzogen wird – zB in einer Aufstellung – und der inneren realen Einstellung der realen Eltern gegenüber.

Es geht nicht darum, sich vor den realen Eltern real zu verbeugen und zu sagen „ich gebe euch die Ehre“ – sondern darum, mit dieser Einstellung auf die eigenen Eltern zu schauen – und dazu ist es oftmals zielführend, es in einer Aufstellung mit Repräsentanten „zu üben“.

Und es bringt überhaupt nix, dieses Ritual in einer Aufstellung zu machen, wenn nicht zugelassen wird, dass auch die innere Einstellung dadurch verändert werden könnte.

Und müssen tut keiner nix – aber das hatte ich ja eh schon erwähnt. Und hier geht es (mir) auch vor allem um jene Menschen, die eben ein „Problem“ im Umgang mit ihren Eltern haben – all jene, die sowieso keine Probleme haben, werden sich allerdings auch nicht von diesem Thema besonders angesprochen fühlen.

So weit mal eine Zusammenfassung meiner Ansichten zu dieser Thematik. Aktueller Anlass war gestern jetzt die Aussage meiner Tochter „Irgendwie hat sich dein Verhältnis zu deinen Eltern schon geändert in den letzten Jahren“.

Und ich kann nur zustimmen – seit ich mich als „Kleine“ fühlen kann – ich es mal in einer Aufstellung erleben durfte, was es bedeutet, einfach nur klein zu sein und die Liebe von Generationen durch die Eltern fließen zu spüren – seit dem „brauch“ ich sie real nicht mehr.

Ich muss nicht mehr „brav sein“, damit sie mich real lieb haben – ich kann mir die Liebe auch so durch sie holen – ist es halt nicht ihre sondern die ihrer eigenen Vorfahren – aber es ist einfach schön, nicht mehr zu glauben, besser wissen zu müssen, was ihnen gut tut – und wie ich mich verhalten sollte, damit ich ihnen „nicht weh tu“ – ich kann sie dort lassen wo sie sind – und meinen ureigensten Weg gehen.

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Dezember 27, 2008 - Posted by | weiterführende Gedanken | , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

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